Formulierungen und Codes im Arbeitszeugnis
Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis: die geheimen Codes der Personalchefs

Freuen Sie sich über die freundlichen Formulierungen in Ihrem letzten Arbeitszeugnis? Vorsicht! Es handelt sich dabei häufig um eine Art Geheimsprache der Personalchefs. Wir haben einige gängige Codes für Sie übersetzt.

So manches Arbeitszeugnis klingt in seinen Formulierungen fast schon nach überschäumender Begeisterung. Das bedeutet aber keineswegs, dass der ehemalige Arbeitgeber der Meinung ist, der betreffende Arbeitnehmer sei ein Supertalent. Die Rechtsprechung der deutschen Arbeitsgerichte gibt vor, dass ein Arbeitszeugnis immer „wohlwollend“ formuliert sein muss. Ein Arbeitgeber darf den ausscheidenden Mitarbeiter also nicht einfach im Klartext bewerten.

Stattdessen bedienen sich die Personalchefs eines ausgeklügelten Sprachsystems. Dieses System hat sich in der Arbeitswelt etabliert und ist für alle „Eingeweihten“ verständlich. In der Praxis bedeutet das: Das Arbeitszeugnis verwendet Codes, mit denen der Mitarbeiter auf einer Skala von 1 bis 6 bewertet wird. Es handelt sich also um nichts anderes als um ein verschlüsseltes Notensystem.

Verwirrspiel für Arbeitnehmer

In der Praxis führt das bei vielen Arbeitnehmern immer wieder zu Verwirrung. Denn nicht selten verbirgt sich hinter den vermeintlich freundlichen Worten ein nicht besonders schmeichelhaftes Urteil. 

Wenn Sie beim Lesen Ihres Arbeitszeugnisses also plötzlich den Eindruck gewinnen, Ihr Personalchef sei Ihr größter Fan, dann sollten Sie sehr genau hinsehen. Doch keine Sorge: Da sich die geheimen Botschaften in einem Arbeitszeugnis hinter standardisierten Formulierungen verbergen, lassen sie sich schnell entschlüsseln.

Schöne Worte. Und was steckt dahinter?

Unsere Infografik zeigt Ihnen Formulierungen, die Faulheit hübsch verkleiden, Unzuverlässigkeit verschleiern oder Inkompetenz mit wohlklingenden Worten umschreiben.

Codes im Arbeitszeugnis

Prüfen Sie Ihr Arbeitszeugnis auf geheime Codes!

Freuen Sie sich also nicht zu früh, wenn in Ihrem Arbeitszeugnis von „bemühen“, „bestreben“ oder „versuchen“ die Rede ist. Dabei kann es sich durchaus um eine verbale Täuschung handeln. Aufhorchen sollten Sie auch, wenn Sie die Worte „meistens“, „in der Regel“ oder „im Wesentlichen“ lesen. Finden Sie in Ihrem Arbeitszeugnis solche Formulierungen, deutet das darauf hin, dass aus Sicht des Arbeitgebers Ihre Leistungen nicht kontinuierlich gut waren.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Zeugnis Sie tatsächlich in den Himmel lobt oder doch nur auf den Boden der Tatsachen zurückholt, wenden Sie sich an die Experten von Orizon. Sie sind Ihnen gern dabei behilflich, Ihr Arbeitszeugnis zu prüfen.

 

 

CONTENT