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Die Bewerbungsmappe: Das sollten Sie wissen – Muster & Tipps

Unter einer Bewerbungsmappe versteht man sämtliche zur Bewerbung gehörenden Unterlagen. Diese wurden früher (und natürlich auch noch heute, wenn man tatsächlich eine Bewerbung in gedruckter Form verschickt) in Mappen zusammengestellt und so an die Personalverantwortlichen versendet.

Aber auch wenn die meisten Bewerbungen inzwischen digital stattfinden, hat der Begriff Bewerbungsmappe nach wie vor eine gewisse Daseinsberechtigung. Er sagt (im Großen und Ganzen) sehr klar, welche Unterlagen von Ihnen bei einer Bewerbung erwartet werden.

Darüber hinaus gibt es auch heute noch eine Reihe von Unternehmen, bei denen eine Bewerbung per E-Mail nicht die erste Wahl ist. Gerade viele kleinere Betriebe sind in Sachen Digitalisierung nicht immer vorne mit dabei. Ausgedruckte Bewerbungsunterlagen per Post zu erhalten macht es den Verantwortlichen im Unternehmen etwas leichter und verschafft Ihnen so ggf. den einen oder anderen Pluspunkt.

Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, welche Dokumente unbedingt Teil Ihrer Bewerbungsmappe sein sollten und geben Ihnen einige weitere Tipps mit auf dem Weg, damit Ihre Bewerbungen zukünftig ausschließlich positiv auffallen.

Was gehört in eine Bewerbungsmappe?

Grundsätzlich enthält eine Bewerbungsmappe zwei bis drei Hauptelemente bzw. -bereiche:

(Optional) Anschreiben

Ein Teil der Personalverantwortlichen sieht ein Bewerbungsanschreiben nach wie vor als festen Teil der Bewerbung an, ein anderer hält es inzwischen für überflüssig.

Unser Tipp: Solange es weder explizit gefordert wird noch für Sie persönlich sinnvoll erscheint diese Möglichkeit zu nutzen, um noch einige zusätzliche Erklärungen zu Ihrem Lebenslauf zu liefern, sparen Sie sich die Arbeit.

Lebenslauf

Ihr Lebenslauf ist der Kern jeder Bewerbung. Hier können Sie Ihrem zukünftigen Arbeitgeber zeigen, dass Sie die nötigen Fähigkeiten für den Job erworben haben und im besten Fall sogar darüber hinaus gehende Erfahrungen oder Qualifikationen mitbringen.

Anhang

Im Anhang Ihrer Bewerbung sollten sich alle für den aktuellen Job relevanten Dokumente (in Kopie!) finden, die Ihre letzten/für den Job wichtigen Stationen im Lebenslauf belegen. Üblicherweise sind dies Zeugnisse. Darüber hinaus kann es in manchen Fällen aber auch sinnvoll sein, zusätzlich Arbeitsproben hinzuzufügen.

Sobald Sie diese Unterlagen zusammenhaben, können Sie sich daran machen alles zu einer Bewerbung zusammenzufügen.

Der richtige Aufbau einer Bewerbungsmappe

  1. Bewerbungsanschreiben (optional) – Sofern Sie sich dazu entschließen (bzw. explizit dazu aufgefordert werden) ein Anschreiben zu Ihrer Bewerbungsmappe hinzuzufügen, sollte dies lose als oberstes Blatt auf (oder bei transparentem Deckel in) der Bewerbungsmappe liegen.
     

    Wichtig: Heften Sie das Anschreiben nicht mit den anderen Unterlagen zusammen in die Bewerbungsmappe. Es ist nämlich kein Bestandteil der Bewerbungsmappe im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Art Begleitschreiben zu Ihren Bewerbungsunterlagen. Wollen Sie sicherstellen, dass es an Ort und Stelle bleibt, ist es okay es mit Hilfe einer Büroklammer zu fixieren.

     
  2. Deckblatt (optional) – Wenn Sie Ihre Bewerbungsmappe mit einem Deckblatt (enthält i.d.R. eine Betreffzeile, Ihre Kontaktdaten und ggf. auch ein Foto) versehen möchten, ist dies die erste „richtige“ Seite in Ihrer Bewerbungsmappe.

    Es macht in erster Linie bei Bewerbungsmappen mit transparentem Deckel bzw. mit einem Sichtfenster Sinn. Ansonsten können Sie alles, was hier stehen würde, aber auch an anderer Stelle in Ihren Bewerbungsunterlagen problemlos unterbringen.
     

    Wichtig: Wenn Sie ein Deckblatt verwenden und hier ein Bewerbungsfoto platzieren, wird es auf dem Lebenslauf weggelassen!

     
  3. Lebenslauf – Das erste Element, dass in wirklich jeder Bewerbungsmappe enthalten sein sollte: ein bis zwei Seiten mit Ihrem Lebenslauf. Wenn es gar nicht anders geht und Sie wirklich schon viele berufliche Stationen hatten, sind in Ausnahmefällen auch drei Seiten okay.

    Ganz grundsätzlich sollten Sie sich hierbei aber auf die wichtigsten Fakten beschränken. Genau das wird von Personalverantwortlichen nämlich an dieser Stelle erwartet.
     
  4. „Dritte Seite“: Motivationsschreiben, Kurzprofil oder Projektliste (optional) – Einige Arbeitgeber wünschen sich noch zusätzliche Unterlagen, die nicht zum „üblichen“ Anhang einer Bewerbung gehören. Diese sollten in der Bewerbungsmappe direkt vor dem eigentlichen Anhang platziert werden.
     
  5. Anhang – Der Anhang ist der letzte Teil Ihrer Bewerbung. Er besteht aus Kopien aller für Ihre Bewerbung wichtigen Nachweise. Dazu zählen bspw. Zeugnisse, Bescheinigungen über (für die Stelle relevante) Fortbildungen oder Ihr Führerschein.

So fügen Sie alle Dokumente zu einer PDF-Datei zusammen

Möchten Sie Ihre Bewerbung per E-Mail versenden, macht es Sinn Ihre Unterlagen ebenfalls vorsortiert in einer einzigen Datei an die E-Mail anzuhängen.

Ein kostenloses und einfach zu bedienendes Programm zum Zusammenführen von mehreren PDFs (oder auch zum Verkleinern zu großer PDF-Dateien) ist beispielsweise PDF 24 Creator. Es gibt auch zahlreiche Online-Tools, die eine solche Funktion anbieten, aber eine Datei mit so vielen persönlichen Daten würden wir nicht auf den Server eines solchen Anbieters laden wollen, um sie dann bearbeiten zu können.

Welche Bewerbungsmappe soll ich kaufen?

Wenn Sie Ihre Bewerbung tatsächlich ausdrucken und in einer Bewerbungsmappe verschicken oder übergeben möchten, bleibt die Frage, welche Art von Bewerbungsmappe Sie dafür wählen sollten. Tatsächlich gibt es hierbei nicht „den einen Standard“, sondern ein paar unterschiedliche Typen zur Auswahl.

Klemmhefter

Einfache Klemmhefter sind der Klassiker unter den Bewerbungsmappen. Sie sind günstig und sorgen dafür, dass Ihre Unterlagen sauber und unverknickt beim Empfänger ankommen. Sie sind in dieser einfachen Ausführung zweiteilig (also eine einfache Mappe mit Vorder- und Rückseite) und lassen sich einfach handhaben.

Kunststoff oder Karton?

Ganz grundsätzlich gibt es bei Klemmheftern für Bewerbungen zwei Ausführungen: Aus Kunststoff oder aus Karton. Die Mappen aus Karton sind meist geringfügig teurer, wirken dafür aber ein bisschen edler und fassen sich schöner an.

Transparentes Deckblatt

Immer mehr Bewerbungsmappen-Modelle haben inzwischen eine transparente Vorderseite. Personalverantwortliche finden dies in aller Regel ziemlich praktisch, da sie so zumindest immer direkt sehen können, um wessen Unterlagen es sich handelt, ohne dass die Mappe dafür aufgeschlagen werden muss.

Dreiteilige Bewerbungsmappe aus Karton

Dreiteilige Bewerbungsmappen aus Karton sind etwas teurer als einfache Klemmhefter, wirken dafür aber insgesamt auch deutlich hochwertiger. Sie bestehen im Prinzip aus drei „Seiten“ und erlauben es die eigenen Unterlagen nicht komplett gestapelt, sondern etwas übersichtlicher zu präsentieren.

Wenn Sie sich für die Verwendung ausgedruckter Bewerbungsunterlagen entscheiden, würden wir Ihnen empfehlen auf diese Modelle zurück zu greifen. Sie setzen Ihre Bewerbung zumindest in ein wertiges Gesamtbild und so haben Sie die besten Chancen tatsächlich positiv aufzufallen.

Sonderform: Die Quadratische Bewerbungsmappe

Gelegentlich finden sich auch einige sehr ungewohnte Sonderformen für Bewerbungsmappen. Davon ist die häufigste eine quadratische Form der Mappe. Bewerber*innen versprechen sich davon mehr Individualität und aus der Masse hervorzustechen. Das wird Ihnen auch damit auch gelingen, allerdings nicht so, wie Sie das vermutlich wünschen.
 

Für Personaler (und Sie als Bewerber) ist das Format nämlich extrem nervig. Bei der Erstellung der Unterlagen kommen Sie mit den üblichen DIN A4 Vorlagen nicht weit und müssen sich ganz individuell etwas zurechtbasteln. Als Personaler hat man ein Format auf dem Tisch, dass sich weder angenehm handhaben noch vernünftig ablegen lässt. Daher unsere ganz klare Empfehlung: Finger weg!

Die passende Farbe für eine Bewerbungsmappe

Am beliebtesten und daher auch bei den meisten Anbietern erhältlich sind Modelle in gedeckten Farben, wie Schwarz, Grau, Dunkelblau oder dunklem Rot. Prinzipiell ist die Wahl Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Allerdings würden wir Ihnen davon abraten eine all zu knallige Variante rauszusuchen, um besonders aufzufallen. Das wirkt, wenn Sie nicht gerade in einem entsprechend kreativen Beruf unterwegs sind, meist zu gewollt.
 

Wenn Sie sich mit ein wenig Perfektionismus hervortun möchten, könnten Sie jedoch darauf achten, dass die gewählte Farbe möglichst dicht an die Hauptfarbe des Logos Ihres zukünftigen Wunscharbeitgebers herankommt.

No-Gos für eine (gedruckte) Bewerbung

Wenn Sie eine Bewerbungsmappe nutzen möchten, um Ihre Unterlagen in gedruckter Form zu verschicken, gibt es ein paar grundsätzliche Dinge, auf die Sie achten sollten:

  • Vermeiden Sie Knicke, Flecken oder verschmierte Tinte auf Ihren Ausdrucken. Für den Versand macht es Sinn einen passenden Umschlag, ggf. mit verstärktem Papprücken, zu verwenden, damit Sie Ihre Unterlagen nicht falten müssen.
  • Drucken Sie immer ein- und nie doppelseitig. Das ist zwar nicht sonderlich nachhaltig, aber ein doppelseitiger Druck lässt Ihre Unterlagen weniger übersichtlich erscheinen.
  • Achten Sie auf die korrekte Reihenfolge der Unterlagen (s. Der richtige Aufbau einer Bewerbungsmappe). Sie möchten schließlich nicht, dass etwas Wichtiges vom Personalverantwortlichen übersehen wird.
  • Sofern Sie sich nicht für einen Job bewerben, bei dem es um die Gestaltung von Dingen geht, sollten Sie auch bei Ihrer Bewerbung lieber bei möglichst neutralen und nicht zu verspielten Designs bleiben. Kann ein Personalverantwortlicher die eigentlich wichtigen Fakten nicht mehr klar erkennen, haben Sie das eigentliche Ziel mit Ihren Unterlagen verfehlt.

Passende Bewerbungsmappen für verschiedene Einsatzzwecke

Wie Sie inzwischen gemerkt haben, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um sich mit Hilfe einer Bewerbungsmappe zu bewerben. Falls Sie sich nun noch nicht ganz sicher sind, worauf Sie in Ihrem speziellen Fall besonders achten sollten, haben wir hier noch einige Tipps für unterschiedliche Stellenarten zusammengestellt:

Für Studentenjobs, einfache Helfertätigkeiten oder Aushilfsjobs

Halten Sie den Aufwand bei einer Bewerbung gering. In aller Regel reicht Ihrem zukünftigen Arbeitgeber Ihr Lebenslauf inkl. der nötigen Kontaktdaten, um Sie zu erreichen, völlig aus. Möchten Sie die Unterlagen verschicken, verwenden Sie einen günstigen Klemmhefter, damit alles sauber und ohne Knicke ankommt.

Für eine Werkstudentenstelle in einem größeren Konzern können Sie aber auch ruhig zu einem etwas hochwertigeren Modell greifen, um ggf. ein bisschen positiv aus der Masse hervorzustechen.

Für Fachkräfte

Als „normale Fachkraft“, sollten Sie bei der Wahl Ihrer Bewerbungsmappe im Einzelfall entscheiden, welche die richtige jeweils passendste ist. Faktoren, die die Auswahl beeinflussen, sind:

  • Art des Unternehmens – Handelt es sich um einen kleinen oder mittelständischen Betrieb oder einen Konzern? Für einen Konzern darf man (sofern dort überhaupt noch ausgedruckte Bewerbungen akzeptiert werden) eher dicker auftragen. Beim Familienunternehmen von nebenan ist dies in der Regel nicht zwingend erforderlich.
  • Branche des Unternehmens – Was in einer Kreativagentur zu altbacken wirken kann, ist ggf. in einer Bank noch nicht seriös genug. Gerade dann, wenn Sie noch keine Erfahrungen in der Branche gesammelt haben, sollten Sie einfach davon ausgehen, dass hier hohe Ansprüche herrschen. Das Risiko zu dick aufzutragen ist vorhanden, aber über alle Branchen hinweg gesehen geringer als die Alternative.
  • Ihr Beruf/die gewünschte Stelle – Bewerben Sie sich bspw. im handwerklichen Bereich, könnten zu formal erscheinende Unterlagen unpassend wirken und beim Empfänger Fragen aufwerfen. Wollen sie hingegen als Versicherungsmakler punkten, ist eine zu formlose Bewerbung nicht zielführend.

Für Führungskräfte

Als Führungskraft dürfen Sie bei der Bewerbungsmappe ruhig aus den Vollen schöpfen. Greifen sie auf alle Fälle zu einem hochwertigen Modell und machen Sie einen Bogen um einfache Klemmhefter. In den allermeisten Fällen besteht bei den Empfängern eine ggf. auch unbewusste Erwartungshaltung, dass eine Führungskraft einen selbstbewussten Eindruck vermittelt und auch Wert auf die eigene Außenwirkung legt (und so die Hoffnung später auch auf die der Firma).

Sicherlich gibt es hiervon auch Ausnahmen (ein besonders kreatives Unternehmen könnte eine solche Bewerbung als zu spießig empfinden), aber in der Regel gilt: Je höher die Position, desto wertiger sollte auch die Bewerbung wirken.

Für technische Berufe

In den meisten technischen Berufen ist akribisches Arbeiten unumgänglich. Dies spiegelt sich auch sehr häufig in den Bewerbungsunterlagen von Menschen aus diesem Bereich wider. Eine etwas kreativere Bewerbung kann hier durchaus dafür sorgen, dass Sie aus der Masse hervorstechen. Allerdings wissen Sie i.d.R. nicht vorab, was für ein Typ Mensch der Empfänger Ihrer Bewerbungsunterlagen ist. Was dem zuständigen Personaler ggf. positiv auffällt, kann bei dem Verantwortlichen Menschen aus der Fachabteilung ganz anders ankommen.

Wenn Sie also auf der sicheren Seite sein wollen, greifen Sie zu den etwas höherwertigen, dreiteiligen Bewerbungsmappen aus Karton. Neben den üblichen Unterlagen kann hier eine zusätzliche Projektliste besonders sinnvoll sein.

Für kreative Berufe

Als kreativer Mensch blutet Ihr Herz beim Gedanken an langweilige Standardunterlagen? Dann sollten Sie etwas dagegen tun! In vielen Fällen wird eine Bewerbung, die vom Standard abweicht, schnell argwöhnisch betrachtet, aber wenn Sie in einem kreativen Beruf tätig sind, kann genau das Gegenteil der Fall sein. Wären Sie nicht auch etwas skeptisch, wenn Ihnen ein Designer tolle Arbeitsproben zu den Unterlagen legt, aber dann eine „langweilige 08/15-Bewerbung“ liefert? Ihnen würden die meisten Personaler nicht einmal eine quadratische Bewerbungsmappe übel nehmen 😉

Achtung: Bei vielen größeren Unternehmen werden Lebensläufe inzwischen von Software verarbeitet und so ganz automatisch in eine Datenbank übertragen. Zumindest wenn Sie sich bei einem größeren Konzern digital bewerben, sollten Sie das im Hinterkopf haben und nicht zu sehr vom üblichen Standard im Aufbau abweichen.

Keine Lust auf umständliche Vorgaben? Dann lassen Sie uns sprechen!

Sie hätten gerne Jemanden an der Seite, der Sie dabei unterstützt einen richtig guten Eindruck auf Ihren zukünftigen Arbeitgeber zu machen? Das machen wir sehr gerne! Bewerben Sie sich einfach initiativ bei uns (Lebenslauf und Kontaktdaten reichen dafür völlig aus) oder vereinbaren Sie ein Gespräch mit den Kollegen in einem unserer Standorte bei Ihnen vor Ort.

Zusammenfassung

  • Ein Lebenslauf darf in keiner Bewerbungsmappe fehlen, alle anderen Bestandteile hängen vom jeweiligen Einzelfall ab.
  • Eine Bewerbung per Post zu verschicken ist inzwischen sehr unüblich. Sie wirken dadurch häufig altmodisch.
  • Wenn Sie einen guten Grund dafür haben eine physische Bewerbungsmappe zu verwenden, sollten Sie (in den meisten Fällen) zumindest zu einer dreiteiligen aus Karton greifen, da diese am wertigsten wirkt.