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Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ist wie ein Bühnenauftritt. Sie müssen keinen Text auswendig gelernt haben –aber Sie müssen „Ihre Rolle“ beherrschen und sich gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten. Sie sind ein junger Mensch, der seinen Weg in die Berufswelt startet, der in der Berufswelt jetzt einen Platz sucht. Einen Arbeitsplatz, für den Sie fachlich qualifiziert sind. Und der Ihnen Vergnügen, Erfolg und Bestätigung bereitet. Plus finanzielle Unabhängigkeit. Deshalb ist die optimale Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch das A und O.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

  • Informieren Sie sich ausführlich über das Unternehmen. Nehmen Sie Ausdrucke von der Homepage sowie die Anzeige mit. Außerdem etwas zum Schreiben.
  • Überlegen Sie sich Fragen, die Sie zur Stelle im Besonderen und zum Unternehmen im Allgemeinen stellen sollten. Das zeigt Interesse.
  • Wissen Sie Bescheid über Ihren eigenen Lebenslauf. Seien Sie in der Lage, zu jeder schulischen, beruflichen und privaten Station einige Hintergründe berichten zu können.
  • Informieren Sie sich über die üblichen Gehälter in der Branche – häufig fragen Personalchefs am Ende des Gesprächs nach Ihren Gehaltsvorstellungen.
  • Gehen Sie nicht zu dem Bewerbungsgespräch wie zu einer Verabredung mit Freunden.

Kleidung und Erscheinungsbild im Bewerbungsgespräch

Richtig
  • Tragen Sie Kleidung in der Sie sich wohlfühlen - das unterstützt Ihren natürlichen Auftritt.
  • Achten Sie auf saubere, gebügelte Kleidung.
  • Achten Sie auf saubere, geputzte Schuhe ohne schiefe Absätze. Für die Damen: maximale Absatzhöhe fünf Zentimeter. Keine Flipflops.
  • Für die Damen: tragen Sie dezenten Schmuck und ein natürliches Make-up.
  • Kleiden Sie sich gepflegt und achtsam.
Falsch
  • Keine alten Jeans im Vorstellungsgespräch für eine kaufmännische Ausbildung – keinen Designeranzug im Vorstellungsgespräch für eine gewerbliche, handwerkliche Ausbildung. Passen Sie Ihre Kleidung der Stellung/dem Betrieb an.
  • Für die Damen: Röcke mindestens knielang. Tops nicht schulterfrei, keine übertriebenen Dekolletés.
  • Vermeiden Sie alle „Geruchsbelästigungen“: kein Knoblauchgenuss oder Alkohol bis zu zwölf Stunden vor dem Termin. Parfüm oder Aftershave sollte nicht aufdringlich sein.

Anreise

  • Planen Sie genügend „Anreisezeit“ ein. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren.
  • Schauen Sie vorab, wie Sie mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitt eln zu dem Unternehmen gelangen.
  • Rufen Sie unbedingt an, falls Sie sich verspäten.
  • Seien Sie fünf bis zehn Minuten vor dem Termin da.
  • Nennen Sie bei Ihrer Ankunft Ihrem ersten Gegenüber deutlich Ihren Vor- und Zunamen und den Grund Ihres Hierseins: „Ich habe einen Termin mit Herrn/Frau XY.“
Was Sie lieber lassen
  • Kommen Sie nicht deutlich zu früh – das setzt Ihren Gesprächspartner unter Druck.
  • Hetzen Sie sich nicht, um anzukommen, dann geraten Sie nur außer Atem und werden leicht verschwitzt.

Die richtige Begrüßung

So hinterlassen Sie einen guten Eindruck:
  • Wenn Ihnen ein Sitzplatz angeboten wurde, weil Sie auf Ihren Gesprächspartner noch einen Moment warten mussten, stehen Sie auf, wenn derjenige auf Sie zukommt. Auch die Damen.
  • Reichen Sie Ihrem Gastgeber die Hand, kräftig, aber nicht zu energisch.
  • Merken Sie sich ihren/seinen Namen um sie/ihn exakt anzusprechen.
  • Warten Sie, bis Sie aufgefordert werden sich zu setzen. Wählen Sie dann einen Platz, der es ermöglicht, dass Sie einander gegenüber sitzen.
Und so eher nicht:
  • Sprechen Sie nicht direkt drauf los. Ihr Gastgeber wird die Unterhaltung einleiten.

Fragen im Vorstellungsgespräch

Um Bewerber zu provozieren – manchmal auch aus Unkenntnis der Rechtslage – stellen Personalverantwortliche im Bewerbungsgespräch Fragen, die Sie nicht beantworten müssen. Prägen Sie sich bitte ein, dass Fragen nach Ihrer politischen Einstellung, nach Ihrer Religionszugehörigkeit oder gar Ihrer Intimsphäre nicht zulässig sind. Fragen zu Stärken und Schwächen hingehen sehr wohl. Fragen an weibliche Bewerber, ob Sie möglicherweise einen Kinderwunsch haben oder bald heiraten möchten, sind ebenfalls nicht erlaubt. Beantworten Sie diese Fragen wirklich nicht. Reagieren Sie auf derartige Fragen nicht patzig, sondern antworten zum Beispiel mit „Bitte entschuldigen Sie, darauf möchte ich nicht antworten. Ich denke, das hat nichts mit meinen fachlichen Fähigkeiten zu tun.“

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Seit dem 14. August 2006 gibt es in Deutschland das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Ziel des Gesetzes ist es, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion, des Geschlechts oder der Weltanschauung, aber auch aufgrund einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern. Das Gesetz soll eine Ungleichbehandlung aufgrund der o. g. Punkte ausschließen und ermöglicht es, sich gerichtlich gegen eine solche Ungleichbehandlung zur Wehr zu setzen.

Im Vorstellungsgespräch überzeugen: Experten-Tipps für ein sicheres Auftreten

Franziska Gärtner, Personalberaterin bei Orizon, hat schon einiges in Vorstellungsgesprächen erlebt. Sie weiß aus eigener Erfahrung, was gut ankommt und worauf sie verzichten kann. Hier ihre Tipps fürs Vorstellungsgespräch aus dem wahren Leben.

Kommen Sie allein

Ist die Einladung zum Vorstellungsgespräch da, rückt der neue Job in greifbare Nähe. Nicht nur die Bewerber fiebern dem Termin entgegen. Oft wollen auch Freunde und Angehörige dem Kandidaten beim Vorstellungsgespräch zur Seite stehen. Die Expertin rät: „Kommen Sie allein! Es wirkt unprofessionell und unselbstständig, wenn der Bewerber oder die Bewerberin die Mutter, die beste Freundin oder den Ehemann mitbringt, um sich in meinem Beisein ,Ich drück dir die Daumen, Schatzi!‘ zuzurufen und Küsschen zu verteilen“, sagt Franziska Gärtner.

Das Outfit gehört zum ersten Eindruck

Ein Vorstellungsgespräch ist keine Freizeitveranstaltung. Wenn Sie Sympathiepunkte beim Chef sammeln möchten, sollten Sie in legerer und gepflegter Kleidung auftreten. „Jeans sollten grundsätzlich vermieden werden. Wer sich in der Freizeit aber eher salopp kleidet, sollte sich nicht verkleiden und im Chanel-Kostüm auftreten“, sagt die Expertin. Wählen Sie also ein Outfit, das zu Ihnen passt und in dem Sie stilsicher und selbstbewusst auftreten können. „Vergessen Sie vor lauter Aufregung nicht, den Mantel abzulegen. Nichts ist peinlicher, als mir im Vorstellungsgespräch zu vermitteln, Sie hätten es eilig“, sagt die Personalexpertin.

Bereiten Sie sich gründlich vor

Mit einer Bewerbung und auch im Vorstellungsgespräch werben Sie für sich selbst. Ihre Absicht ist es, sich selbst "zu verkaufen" – an den zukünftigen Arbeitgeber. Bereiten Sie sich deshalb gründlich auf das Gespräch vor. Nehmen Sie Ihren "Werbeprospekt", also Ihre Bewerbungsunterlagen, noch einmal mit. So können Sie oder Ihr Gesprächspartner bei Bedarf darauf zurückgreifen. Haben Sie auf jeden Fall etwas zum Schreiben dabei und zeigen Sie Interesse, indem Sie Fragen zum Unternehmen, zur ausgeschriebenen Position oder zum Team stellen. Welche Fragen Sie hingegen vermeiden sollten, ist im Abschnitt "Blöde Frage, blöde Antwort" zu lesen.

„Mama? Was gibt’s heute zu essen?“ – Handy ausstellen

„Mitten im Bewerbungsgespräch klingelte das Handy der Kandidatin. Nach einer zehnminütigen Suchaktion besprach sie ausführlich den abendlichen Speiseplan mit ihrer Tochter“, berichtet Franziska Gärtner. Dass Chefs von derartigen Unterbrechungen nicht begeistert sind, versteht sich von selbst. Doch es ging noch weiter: „Nach dem Gespräch stöpselte die Frau ihr Handyladekabel in eine freie Steckdose im Konferenzraum.“ Persönliche Belange sollten vor der Tür bleiben. Der heißeste Tipp fürs Vorstellungsgespräch: Handy ausstellen!

Freundlichkeit ist oberstes Gebot

Im Wettbewerb um einen Job gewinnt der Kandidat mit dem besten Gesamtpaket. Dabei spielt eine Eigenschaft eine wichtige Rolle: Freundlichkeit. „Wer es nicht schafft, mir freundlich zu antworten, sollte sich besser gar nicht erst bewerben“, sagt Franziska Gärtner. „Schnippische und unverschämte Antworten sollten Bewerber mit ernsthaften Absichten unbedingt vermeiden."

Wenn Sie auf die Aufforderung "Erzählen Sie mal von sich." nur die Antwort "Steht alles im Lebenslauf!" parat haben, so mag das vielleicht stimmen – trotzdem kommt eine solche Reaktion nicht gut an. Erläutern Sie die einzelnen Stationen in Ihrem Lebenslauf kurz. Sollten Sie sich unsicher sein, was Ihr Gegenüber genau wissen möchte, dann fragen Sie einfach danach.

Der Chef ist kein Psychologe

Bleiben Sie sachlich und auf beruflicher Ebene. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Werdegang und lassen Sie das Nähkästchen zu Hause. „Leider passiert es immer wieder, dass mir Bewerber sehr private Dinge erzählen und manchmal sogar anfangen zu weinen. Auch wenn die Schicksalsschläge mitunter dramatisch sind, gehören solche emotionalen Ausbrüche niemals in ein berufliches Gespräch“, rät Franziska Gärtner.

Zu dir oder zu mir? Flirten ist tabu

Eine zwanglose und humorvolle Unterhaltung ist ein guter Start für eine zukünftige Zusammenarbeit. Smalltalk lockert Vorstellungsgespräche auf und sorgt für eine angenehme und freundliche Atmosphäre. Aber Vorsicht bei zu viel Geplänkel: „Flirten Sie nicht mit Ihren Gesprächspartnern. Verwechseln Sie berufliche Freundlichkeit niemals mit weiterführendem Interesse. Eindeutige Angebote, peinliche Avancen und unangebrachte Komplimente sind im Vorstellungsgespräch fehl am Platz“, sagt Franziska Gärtner.

Blöde Frage, blöde Antwort

Mit den richtigen Fragen können Sie Pluspunkte sammeln. Wer aber thematisch danebengreift, wird in negativer Erinnerung bleiben: „Fragen zum Speiseplan der Kantine oder zur Urlaubsregelung innerhalb der Probezeit gehören nicht ins Vorstellungsgespräch“, sagt die Personalexpertin. Für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch gibt sie folgenden Tipp: „Zeigen Sie stattdessen Interesse an beruflichen Themen, internen Abläufen und der Unternehmenskultur.“

Das Gesamtpaket überzeugt

Am Ende des Vorstellungsgesprächs haben Sie getan, was Sie tun konnten. Jetzt liegt der Ball beim Chef und seinem Personaler. Wenn Sie jetzt den Job nicht bekommen, zweifeln Sie nicht gleich an sich. Oft liegt es an der Masse qualifizierter Bewerber. War Ihre Selbstpräsentation überzeugend, werden Sie in Erinnerung bleiben, Ihre Daten werden gespeichert und wer weiß: Vielleicht kommen Sie ja schon bald für eine andere Position in Frage? Wir drücken Ihnen die Daumen!

Zu guter Letzt: Die Zigarette danach, nicht davor

Vorstellungsgespräche versetzen viele Menschen in Aufregung. Sie sind nervös, schauen auf die Uhr und wünschen sich nichts sehnlicher, als den Termin mit dem Chef und dem Personaler endlich hinter sich zu haben. Doch Anspannung hin oder her, rauchen Sie niemals vorher: „Kandidaten, die kurz vor dem Gespräch noch eine Zigarette durchziehen, die Kippenschachtel schnell in der Hemdtasche verstauen und mich dann mit Rauchgestank begrüßen, erwecken keinen guten Eindruck“, sagt Franziska Gärtner. Ebenso gilt: Kaugummi raus!

No-Gos im Vorstellungsgespräch

  1. nach Zigaretten stinken und Kaugummi kauen
  2. Freunde und Familie mitbringen
  3. underdressed auftauchen
  4. im Gespräch ans Handy gehen
  5. unfreundlich sein
  6. private Sorgen anbringen und weinen
  7. flirten und aufdringlich sein
  8. nebensächliche Fragen stellen

Tipps für das Vorstellungsgespräch

  1. pünktlich erscheinen
  2. Bewerbungsunterlagen mitbringen
  3. eigene Qualifikationen anführen
  4. viele Stärken und nur eine Schwäche nennen
  5. immer Fragen stellen
  6. in ganzen Sätzen antworten

Tipps für ein persönliches Vorstellungsgespräch während der Corona-Zeit

Eine Vielzahl von Arbeitgebern hat seit dem Beginn der Corona (COVID-19)-Pandemie bereits die eigenen Einstellungsprozesse umgestellt und führt Bewerbungsgespräche vor allem telefonisch oder per Videocall. In einigen Bereichen ist eine solche Umstellung jedoch nicht so einfach realisierbar, sodass nach wie vor auch noch persönliche Vorstellungsgespräche vor Ort stattfinden. Um sich und Ihre zukünftigen Kolleg*innen dabei vor einer Ansteckung zu schützen und auch keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen, sollten Sie ein paar Punkte im Hinterkopf behalten.

Fragen Sie nach besonderen Hygieneregeln

Wer Sie heutzutage zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch einlädt, geht normalerweis direkt im Rahmen der schriftlichen Einladung auf die vor Ort geltenden Hygienevorschriften zum Schutz vor einer Ansteckung mit Corona ein. Sollte das jedoch ausbleiben, erkundigen Sie sich einfach im Rahmen Ihrer Antwort direkt danach.

Verzichten Sie aufs Hände schütteln

Bis zum Frühjahr 2020 war es in Deutschland unvorstellbar, seinem Gegenüber, zur Begrüßung nicht die Hand zu reichen – besonders bei einem Vorstellungsgespräch Auch nach über einem Jahr fühlt es sich oftmals noch komisch an, darauf zu verzichten.  Wer aber heute mit ausgestrecktem Arm in der Tür des neuen Arbeitgebers steht, könnte ggf. einen eher negativen Eindruck machen. Begrüßungen per Ellenbogen oder Fuß sind auch nicht jedermanns Sache – warten Sie daher ab, ob Ihr Gesprächspartner Andeutungen macht, oder belassen Sie es sonst bei freundlichen Worten und einem Lächeln (ja, das kann man auch hinter einer Maske wahrnehmen).

Desinfizieren Sie Ihre Hände, falls möglich

Sofern direkt im Eingangsbereich ein Desinfektionsmittelspender aufgebaut ist, stehen die Chancen hoch, dass eine Benutzung vorgeschrieben oder aber zumindest gern gesehen ist – ganz besonders bei Besuchern, die man noch nicht kennt. Ihr Gegenüber kann schließlich nicht wissen, ob Sie gerade aus der vollen Bahn kommen und ein hohes Risiko hatten, mit SARS-CoV-2 in Kontakt zu kommen oder ob Sie mit Ihrem eigenen Auto angereist sind und dadurch ein deutlich geringeres Risiko hatten, Viren auf Ihrem Weg „einzusammeln“. Sofern es also ein solches Angebot gibt, nutzen Sie es.

Tragen Sie eine Maske

Kommen Sie auf jeden Fall mit einer FFP-2 Maske zum Vorstellungstermin. Auch wenn im Rahmen der Einladung nichts davon erwähnt wurde oder die örtlichen Gegebenheiten es Ihnen erlauben, die Maske abzusetzen: Voraussicht und Vorsicht sprechen für Sie. Und wenn Sie die Maske dann absetzen können – umso besser.

Achten Sie auf Abstand

Soweit es irgend möglich ist, sollten Sie darauf achten, anderthalb bis zwei Meter Abstand zu Ihrem Gesprächspartner zu halten. Drängeln Sie sich beispielsweise nicht irgendwo einfach vorbei, sondern gehen Sie im Zweifelsfall außen herum.

Auch inhaltlich können Sie punkten

Von Ihrer eigentlichen Eignung für den Job abgesehen, gibt es immer auch zusätzliche Faktoren, die Ihnen in den Augen Ihres zukünftigen Arbeitgebers Pluspunkte im Rennen um die Stelle verschaffen können. Viele Unternehmen starten die Einarbeitung neuer Kolleg*innen aufgrund der aktuellen Situation ganz oder teilweise im Homeoffice – das ist für beide Seiten eine große Herausforderung. Lassen Sie also an passender Stelle glaubhaft einfließen, dass Sie sich auch von zuhause aus problemlos in neue Aufgaben einarbeiten können: Ihrem Gegenüber wird das im besten Fall ein gutes Gefühl geben, wenn er über Ihre Einstellung entscheidet.

Bei der Verabschiedung nicht alles über den Haufen werfen

Besonders dann, wenn man ein gutes Gespräch hatte und gerade vielleicht noch etwas in Gedanken ist, um alles zu verarbeiten, kann es ganz schnell gehen und das Hirn schaltet in den Automatik-Modus: Sie heben, ohne weiter darüber nachzudenken, Ihre Hand zur Verabschiedung. Ganz ehrlich, davon geht die Welt nicht unter. Jedoch bleibt sehr oft besonders der letzte Eindruck hängen, den man von einem Menschen bekommt. Soll das bei Ihnen ein Ausrutscher im Corona-Knigge sein? Auch hier sind ein Lächeln und freundliche Worte das Mittel der Wahl, wenn Ihr Gegenüber keine anderen Andeutungen macht.

Besonderheiten beim Vorstellungsgespräch per Videoanruf

Unsere allgemeinen Tipps, um bei einem Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen, gelten auch dann, wenn Sie und Ihr Gegenüber sich nur digital per Videoübertragung sehen. Auch hier macht es Sinn, sich dem Anlass angemessen zu kleiden und sich auf den Termin bestmöglich vorzubereiten. Darüber hinaus gibt es aber noch ein paar Punkte, die vor allem bei einem Gespräch per Videoanruf vorteilhaft für Sie sein können.

Stellen Sie sicher, dass die Technik mitspielt

Wenn Sie kurz vor Ihrem Termin feststellen, dass die Videokonferenz-App nicht so läuft wie erwartet, Ihr Mikrofon vom PC nicht erkannt wird oder die fest eingeplante Kamera plötzlich doch nicht mehr auffindbar ist, steht Ihr Gespräch unter keinem guten Vorzeichen. Testen Sie daher einige Tage vorher wenigstens einmal kurz das für den Termin verwendete Programm mit Freunden oder der Familie, um sicherzustellen, dass alles so funktioniert, wie es soll. Falls das einmal nicht der Fall sein sollte, haben Sie so noch ausreichend Zeit, um das Problem zu beheben.

Sehen Sie „Ihr Gegenüber“ an

Häufig wird unterschätzt, was es für einen Unterschied machen kann, wenn man die eigene Kamera vernünftig positioniert und sich Mühe gibt, regelmäßig auch direkt hineinzuschauen.

Im besten Fall positionieren Sie die Kamera direkt auf Augenhöhe. Kleine Stative sind erschwinglich und lassen Sie direkt wesentlich professioneller wirken, als wenn Sie bspw. ihr Smartphone die ganze Zeit in der Hand halten müssen.

Der direkte Blick in die Kamera sorgt bei Ihrem Gesprächspartner dafür, dass Sie wirklich auf ihn und die Unterhaltung konzentriert sind. Ein einfacher Trick hierfür ist es, das Fenster mit dem Video Ihres Gesprächspartners möglichst nahe an Ihrer Kamera zu positionieren. So gucken Sie gleichzeitig in die Kamera, wenn Sie auf das Video schauen.

Halten Sie Ihre Gesprächsumgebung professionell

Besonders im Rahmen eines Vorstellungsgespräches sollten Sie die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, wie viel Privates Sie preisgeben möchten. Hängen bspw. die Bilder der letzten Party-Touren mit Ihren Kumpels hinter Ihnen erkennbar an der Wand, verraten Sie leicht mehr über sich, als Sie eigentlich wollten. Sorgen Sie daher für einen möglichst neutralen Hintergrund.

Auch sollten Sie dafür sorgen, dass Sie es möglichst ruhig haben und Ihre Mitbewohner bspw. vorab darum bitten, das neue Bücherregal nicht gerade in dieser einen Stunde an die andere Seite der Wand zu schrauben. Auch Unterbrechungen durch Personen, die ins Bild laufen, können unprofessionell wirken. Aber keine Sorge: Sie wären nicht die erste Person, bei der eines der Kinder trotz aller Vorbereitungen hereingeplatzt kommt – dafür haben die meisten Menschen natürlich Verständnis. Machen Sie sich einfach vorab ein paar Gedanken, welche Dinge Sie beeinflussen können und machen Sie sich nicht verrückt, falls doch einmal etwas Ungeplantes passiert.