Zeitarbeit: Fragen und Antworten

Was ist Zeitarbeit?

Zeitarbeit in Deutschland (auch als Leiharbeit oder Arbeitnehmerüberlassung bekannt) bedeutet, dass der Arbeitnehmer ein Arbeitsverhältnis mit einem Personaldienstleister eingeht, also mit diesem einen Arbeitsvertrag unterschreibt. Der Personaldienstleistungsunternehmen ist dann dafür zuständig, dass der Mitarbeiter in Arbeit gebracht wird und einem Kunden bzw. Einsatzunternehmen überlassen wird. Meistens ist der Personalbedarf in den Kundenunternehmen vorübergehend, die Einsätze können kurz- oder längerfristig sein. Das kommt ganz darauf an, in welcher Branche, in welchem Tätigkeitsfeld und bei welchem Kunden Sie im Einsatz sind. Damit reagieren die Unternehmen auf den sich ständig wandelnden Arbeitsmarkt.

Bei Orizon sind Sie als Zeitarbeitnehmer fest und in der Regel unbefristet angestellt. Dabei übernehmen wir alle üblichen Arbeitgeberpflichten: Sie erhalten ein attraktives Gehalt, eine Vielzahl von Sozialleistungen und unterliegen allen gesetzlichen Regelungen, wie zum Beispiel dem Kündigungsschutz. Damit haben Sie die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder andere Angestellte auch.

Wie funktioniert Zeitarbeit?

Wie funktioniert Zeitarbeit? Fragen und Antworten zu Zeitarbeitsunternehmen

Die Funktionsweise von Zeitarbeit ist eigentlich ganz simpel: Ein Unternehmen benötigt für einen bestimmten Zeitraum zusätzliche Arbeitskräfte und wendet sich deshalb an einen Personaldienstleister, wie beispielsweise Orizon. Der Personaldienstleister begibt sich dann auf die Suche nach passenden Mitarbeitern und stellt diese ein. Die Mitarbeiter werden jetzt vom Personaldienstleister bezahlt, arbeiten aber im Kundenunternehmen.

Ist der Einsatz beim Kunden beendet, kümmert sich der Personaldienstleister entweder darum, einen neuen Einsatz für Sie zu finden oder das Kundenunternehmen entschließt sich dazu, Sie zu übernehmen. Ist letzteres der Fall, wird ihr Vertrag mit dem Personaldienstleister beendet und Sie schließen einen neuen Arbeitsvertrag mit dem Kundenunternehmen ab.

Wo wird Zeitarbeit eingesetzt?

Zeitarbeit ist prinzipiell in fast jeder Branche möglich und betrifft nicht mehr nur das produzierende Gewerbe. Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie haben aber nach wie vor die meisten Angestellten über Zeitarbeit eingesetzt. Laut Bundesagentur für Arbeit sieht die Einteilung wie folgt aus:

  • 30 Prozent: Metall und Elektro
  • 25 Prozent: Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit
  • 45 Prozent: weitere Branchen

Wer ist in der Zeitarbeit mein Arbeitgeber?

Der Personaldienstleister ist der eigentliche Arbeitgeber des dort über die Personalüberlassung fest angestellten Zeitarbeitnehmers. Eingesetzt wird das Zeitarbeitspersonal in einem anderen Betrieb, dem sogenannten Kundenunternehmen bzw. Einsatzunternehmen. Dieses geht einen Vertrag mit dem Personaldienstleister über eine „Arbeitnehmerüberlassung“ ein. Wird das Arbeitsverhältnis beendet, ist es daher der Personaldienstleister, der mit Hilfe der Rückmeldung des Kundenunternehmens das Arbeitszeugnis für den Mitarbeiter ausstellt.

Welchen Lohn erhalten Zeitarbeitnehmer?

Orizon ist Mitglied im iGZ und wendet einen Tarifvertrag an. In diesem sind neun unterschiedliche Entgeltgruppen festgelegt. Der Mindestlohn in der Zeitarbeit, also die unterste Entgeltgruppe, beträgt aktuell 9 Euro (im Osten 8,50 Euro) bei ungelernten Tätigkeiten. Wenn Sie eine Ausbildung, den Meister oder Techniker oder sogar ein Studium in der Tasche haben, kann Ihr Verdienst natürlich deutlich höher liegen. Ihre wirtschaftliche Absicherung im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit und im Alter ist durch die Sozialversicherung natürlich gewährleistet.In vielen Branchen gibt es zudem weitere Zuschläge, die sogenannten Branchenzuschläge.

Aktuell existieren Branchenzuschläge in den folgenden Bereichen:

• Metall- und Elektroindustrie

• Chemische Industrie

• Kautschukindustrie

• Textil- und Bekleidungsindustrie

• Schienenverkehrsbereich

• Druckindustrie

• holz-, papier-, pappe- und kunststoffverarbeitende Industrie

• Kali- und Steinsalzbergbau

Wie lange bleibe ich bei einem Kunden im Einsatz?

Die Dauer der Einsätze kann sehr unterschiedlich ausfallen und hängt vom jeweiligen Fall ab. Das heißt, einige Einsätze bei einer Firma können nur wenige Tage dauern, während andere sich durchaus auch über mehrere Monate oder gar Jahre erstrecken können. Bisher gibt es nämlich keine gesetzliche Höchstdauer, die eine maximale Länge eines Einsatzes als Leiharbeiter in einer Firma reglementiert. Für die Überarbeitung des AÜG im Herbst 2016 ist jedoch eine Festsetzung auf 18 Monate im Gespräch.

Wer zahlt im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung meinen Lohn?

Als Arbeitnehmer sind Sie direkt und in der Regel unbefristet bei einem Personaldienstleistungsunternehmen angestellt, das Sie über Zeitarbeit bei unterschiedlichen Unternehmen einsetzt. Sie erhalten Ihren Lohn direkt von Ihrem Arbeitgeber, dem Zeitarbeitsunternehmen, und nicht von dem Unternehmen in dem Sie aktuell im Einsatz sind. Das ist entgegen einiger Gerüchte übrigens auch an gesetzlichen Feiertagen der Fall (natürlich sofern diese auf Werktage fallen, an denen Sie normalerweise Arbeiten würden). Hier greift das sogenannte Lohnausfallgesetz.

Was passiert, wenn es vorrübergehend keine Arbeit gibt?

Sollte es einmal vorkommen, dass sich für einige Zeit kein neuer Einsatz für einen Mitarbeiter findet, erhält der Mitarbeiter natürlich weiterhin sein vertraglich vereinbartes Gehalt. Während der Personaldienstleister ein neues Einsatzunternehmen sucht, ist der Angestellte dann in aller Regel zu Hause und auf Abruf bereit. Sobald dann ein neues Einsatzunternehmen gefunden ist, kann der Mitarbeiter vom einen auf den anderen Tag wieder ganz normal die Arbeit aufnehmen.

Wer zahlt meinen Lohn bei Krankheit?

Wenn Sie krank sind, müssen Sie das unverzüglich am 1. Tag Ihrer Krankheit dem Arbeitgeber melden. Wie jeder andere sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer erhalten natürlich auch Zeitarbeitnehmer eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dabei gelten die Vorschriften des Entgeltfortzahlungsgesetzes (§§ 2 und 3).

Gibt es eine Probezeit? Und wenn ja, wie lange dauert diese?

Die vertraglich vereinbarte Probezeit bei Orizon beträgt sechs Monate.

Kann mir in der Zeitarbeit einfach so gekündigt werden?

Zeitarbeitnehmern kann vom Kundenunternehmen, in dem sie eingesetzt sind, gekündigt werden. Das Arbeitsverhältnis mit dem Personaldienstleistungsunternehmen bleibt aber vorerst bestehen und ihr Lohn oder Gehalt wird weiter gezahlt. Unsere Aufgabe ist es nun, Ihnen einen neuen Einsatz über Zeitarbeit zu suchen und uns um Ihre Karriere zu kümmern. Sollte Ihnen dann dennoch vom Zeitarbeitsunternehmen gekündigt werden, unterliegen Sie in jedem Fall einem Kündigungsschutz, sowie Kündigungsfristen.

Während der Probezeit betragen diese

• in den ersten vier Wochen zwei Tage,

• in den ersten drei Monaten eine Woche,

• und im vierten bis sechsten Monat zwei Wochen.

Nach der Probezeit betragen diese

• bei weniger als zwei Jahren vier Wochen (zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats),

• ab zwei Jahren einen Monat (zum Ende eines Kalendermonats),

• ab fünf Jahren zwei Monate (zum Ende eines Kalendermonats)

• und ab acht Jahren drei Monate (zum Ende eines Kalendermonats).

Der allgemeine Kündigungsschutz ist im Kündigungsschutzgesetz (KSchG) geregelt und gilt auch für Zeitarbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat.

Wie verhält es sich in der Zeitarbeit mit dem Thema Arbeitsschutz?

Als Zeitarbeitnehmer unterliegen Sie gesetzlichen Vorschriften des Arbeitsschutzes genauso wie jeder andere Arbeitnehmer. Darum hat sich der Personaldienstleister zu kümmern. Dazu gehört zum Beispiel, die im Rahmen der gesetzlichen Unfallverhütung notwendigen Unfallverhütungsmaßnahmen zu treffen und über Gefahren für Sicherheit und Gesundheit, denen Zeitarbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sein können, aufzuklären. Begutachtet wird das durch die Arbeitsschutzmanagement-Bescheinigung (AMS).

Wie sind die Übernahmechancen in der Zeitarbeit?

Viele Zeitarbeitnehmer werden während und nach Ihrem Einsatz über Zeitarbeits-, auch direkt vom Kundenunternehmen übernommen, das besagt der sogenannte "Klebeeffekt". Im 3. Quartal 2014 betraf das beispielsweise rund 37 Prozent, so die Statistik