Wiedereinstieg nach Elternzeit
Karriere

Wiedereinstieg nach der Elternzeit oder die Chance, sich beruflich
neu aufzustellen

Elternzeit gleich Karriereknick? Wie der Wiedereinstieg gelingt, weiß Bloggerin Cathrin Eggers aus ihren Gesprächen mit betroffenen Müttern.

Was bedeutet ein beruflicher Umbruch für Mütter während oder nach der Elternzeit? Das ist das Thema unseres Blogs MomPower. Wir recherchieren, interviewen und stellen Fakten gegenüber. Wir, das sind zwei Mütter, Susanne Goedeke und Cathrin Eggers, die sich auf die Fahne geschrieben haben, das Thema auf den Tisch zu bringen. Und eigene Erfahrungen gibt es auch jede Menge.

Endlich ein Kitaplatz

Es war der erste Tag für meinen Sohn in der neuen Kita. Einfach war es nicht, den gewünschten Betreuungsplatz zu bekommen. In deutschen Kitas bewirbt man sich am besten noch vor der Zeugung und lässt sich auf eine Warteliste setzen. Wer diesen frühzeitigen Einsatz verpasst, was ja schon mal passieren kann, dem bleiben immer noch Kuchenbacken, der Besuch am Tag der offenen Tür oder Sachspenden, um die Kitaleitung zu umgarnen.

Und dann?

Da standen wir Mütter nun vor der erkämpften Kita. Den ersten Abschiedsschmerz hatten wir verwunden und beschlossen, noch einen Kaffee zusammen zu trinken. In der Folge entwickelte sich eine Unterhaltung, die zeigt, wie unterschiedlich der berufliche Wiedereinstieg von Müttern aussehen kann.

Selbstständigkeit als Alternative

Isabelle – uns am Tisch gegenübersitzend – verfolgte aufmerksam das Gespräch. Sie berichtete uns von ihrer geplanten Selbstständigkeit. Eine eigene PR-Beratungsfirma wolle sie aufbauen. Die erforderlichen Qualifikationen und Erfahrungen hatte sie bereits. Sie besuchte zunächst ein Existenzgründungsseminar der Industrie- und Handelskammer. Das Elterngeld habe alles erst ermöglicht, denn es federte in der Gründerphase ihren finanziellen Totalausfall ab, gab sie offen zu.

Auch Cornelia plante den Sprung in die Selbstständigkeit. Sie suchte nach einer Möglichkeit, mit ihrer Passion, dem Nähen, Geld zu verdienen. Viele Gespräche mit Freunden, ein Coaching und die Sicherheit des Elterngeldes hatten sie ermutigt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Ein neuer Job als Chance für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Unsere Unterhaltung hatte inzwischen so richtig Fahrt aufgenommen. Spannend und informativ war es, von den Erfahrungen, Wünschen und Zielen der anderen Mütter zu hören. Zum ersten Mal seit langer Zeit ging es mal nicht um die Kinder, sondern um uns Mütter.

Nadja erzählte, dass sie gerade einen neuen Job suche. Ein Headhunter kam für sie nicht in Betracht. Ihr erster Weg führte sie zur Arbeitsagentur, um sich arbeitsuchend zu melden. Damit hatte sie einen Anspruch auf Beratung, Coaching und Weiterbildung. Ihr erstes Vorstellungsgespräch sollte schon in wenigen Tagen stattfinden. Sie hatte sich gezielt in einem Unternehmen beworben, dass einen Betriebskindergarten sowie flexible Arbeitszeiten bietet. Außerdem besteht die Möglichkeit, gelegentlich im Home-Office zu arbeiten. Um ihre Chancen zu erhöhen, hatte sie ihre Bewerbungsunterlagen von einem professionellen Bewerbungsservice anfertigen lassen.

Mit Zeitarbeit den Fuß in die Tür kriegen

Als ob die Möglichkeiten nicht schon vielfältig genug wären, kam Paula mit einer weiteren Alternative um die Ecke. Für sie war ein Personaldienstleister die erste Wahl für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit gewesen. Sie schilderte, dass der von ihr gewählte Personaldienst zwei Standbeine hat, zwischen denen Jobsuchende wählen können. Wer auf berufliche Stabilität setzt, wählt die direkte Vermittlung in ein Unternehmen. Wer sich beruflich noch ausprobieren und in verschiedene Unternehmen und Branchen hineinschnuppern möchte, wendet sich an die Personalüberlassung. Paula entschied sich für das Angebot der Personalüberlassung. Sie wolle erst einige Unternehmen kennenlernen, bevor sie sich festlegt, erklärte sie. Wenn sie Glück hat, wirkt bei ihr am Ende sogar der „Klebe-Effekt“ und sie wird aus der Zeitarbeit heraus von einem Unternehmen übernommen.

Nach dieser ersten gemeinsamen Kaffeerunde waren wir Mütter richtig aufgedreht. Das schöne Gefühl, unsere Kinder in guten Händen zu wissen, mischte sich mit den tollen, vielfältigen Erzählungen der einzelnen Mütter über ihre beruflichen Pläne. Ich nahm für mich aus dieser Runde mit, dass der berufliche Wiedereinstieg für Mütter sehr unterschiedliche Wege gehen kann. Doch gerade neue Wege zu gehen, ist ja das Aufregende. Die Elternzeit und das Elterngeld machen es möglich.

Und noch ein Tipp

Wer seinen Weg noch sucht, findet auf der Website „Perspektive Wiedereinstieg“ des Bundesfamilienministeriums und der Agentur für Arbeit viele nützliche Tipps und Informationen zum beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Für Mütter und natürlich auch für Väter, denn auch sie nehmen immer öfter das Recht auf Elternzeit in Anspruch.

 

 

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