Tipps fürs Vorstellungsgespräch
Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch überzeugen: Experten-Tipps für ein sicheres Auftreten

Franziska Landeck, Personalberaterin bei Orizon, hat schon einiges in Vorstellungsgesprächen erlebt. Sie weiß aus eigener Erfahrung, was gut ankommt und worauf sie verzichten kann. Hier ihre Tipps fürs Vorstellungsgespräch aus dem wahren Leben.

Kommen Sie allein

Ist die Einladung zum Vorstellungsgespräch da, rückt der neue Job in greifbare Nähe. Nicht nur die Bewerber fiebern dem Termin entgegen. Oft wollen auch Freunde und Angehörige dem Kandidaten beim Vorstellungsgespräch zur Seite stehen. Die Expertin rät: „Kommen Sie allein! Es wirkt unprofessionell und unselbstständig, wenn der Bewerber oder die Bewerberin die Mutter, die beste Freundin oder den Ehemann mitbringt, um sich in meinem Beisein ,Ich drück dir die Daumen, Schatzi!‘ zuzurufen und Küsschen zu verteilen“, sagt Franziska Landeck.

Das Outfit gehört zum ersten Eindruck

Ein Vorstellungsgespräch ist keine Freizeitveranstaltung. Wenn Sie Sympathiepunkte beim Chef sammeln möchten, sollten Sie in legerer und gepflegter Kleidung auftreten. „Jeans sollten grundsätzlich vermieden werden. Wer sich in der Freizeit aber eher salopp kleidet, sollte sich nicht verkleiden und im Chanel-Kostüm auftreten“, sagt die Expertin. Wählen Sie also ein Outfit, das zu Ihnen passt und in dem Sie stilsicher und selbstbewusst auftreten können. „Vergessen Sie vor lauter Aufregung nicht, den Mantel abzulegen. Nichts ist peinlicher, als mir im Vorstellungsgespräch zu vermitteln, Sie hätten es eilig“, sagt die Personalexpertin.

Bereiten Sie sich gründlich vor

Mit einer Bewerbung und auch im Vorstellungsgespräch werben Sie für sich selbst. Ihre Absicht ist es, sich selbst "zu verkaufen" – an den zukünftigen Arbeitgeber. Bereiten Sie sich deshalb gründlich auf das Gespräch vor. Nehmen Sie Ihren "Werbeprospekt", also Ihre Bewerbungsunterlagen, noch einmal mit. So können Sie oder Ihr Gesprächspartner bei Bedarf darauf zurückgreifen. Haben Sie auf jeden Fall etwas zum Schreiben dabei und zeigen Sie Interesse, indem Sie Fragen zum Unternehmen, zur ausgeschriebenen Position oder zum Team stellen. Welche Fragen Sie hingegen vermeiden sollten, ist im Abschnitt "Blöde Frage, blöde Antwort" zu lesen.

„Mama? Was gibt’s heute zu essen?“ – Handy ausstellen

„Mitten im Bewerbungsgespräch klingelte das Handy der Kandidatin. Nach einer zehnminütigen Suchaktion besprach sie ausführlich den abendlichen Speiseplan mit ihrer Tochter“, berichtet Franziska Landeck. Dass Chefs von derartigen Unterbrechungen nicht begeistert sind, versteht sich von selbst. Doch es ging noch weiter: „Nach dem Gespräch stöpselte die Frau ihr Handyladekabel in eine freie Steckdose im Konferenzraum.“ Persönliche Belange sollten vor der Tür bleiben. Der heißeste Tipp fürs Vorstellungsgespräch: Handy ausstellen!

Freundlichkeit ist oberstes Gebot

Im Wettbewerb um einen Job gewinnt der Kandidat mit dem besten Gesamtpaket. Dabei spielt eine Eigenschaft eine wichtige Rolle: Freundlichkeit. „Wer es nicht schafft, mir freundlich zu antworten, sollte sich besser gar nicht erst bewerben“, sagt Franziska Landeck. „Schnippische und unverschämte Antworten sollten Bewerber mit ernsthaften Absichten unbedingt vermeiden."

Wenn Sie auf die Aufforderung "Erzählen Sie mal von sich." nur die Antwort "Steht alles im Lebenslauf!" parat haben, so mag das vielleicht stimmen – trotzdem kommt eine solche Reaktion nicht gut an. Erläutern Sie die einzelnen Stationen in Ihrem Lebenslauf kurz. Sollten Sie sich unsicher sein, was Ihr Gegenüber genau wissen möchte, dann fragen Sie einfach danach.

Der Chef ist kein Psychologe

Bleiben Sie sachlich und auf beruflicher Ebene. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Werdegang und lassen Sie das Nähkästchen zu Hause. „Leider passiert es immer wieder, dass mir Bewerber sehr private Dinge erzählen und manchmal sogar anfangen zu weinen. Auch wenn die Schicksalsschläge mitunter dramatisch sind, gehören solche emotionalen Ausbrüche niemals in ein berufliches Gespräch“, rät Franziska Landeck.

Zu dir oder zu mir? Flirten ist tabu

Eine zwanglose und humorvolle Unterhaltung ist ein guter Start für eine zukünftige Zusammenarbeit. Smalltalk lockert Vorstellungsgespräche auf und sorgt für eine angenehme und freundliche Atmosphäre. Aber Vorsicht bei zu viel Geplänkel: „Flirten Sie nicht mit Ihren Gesprächspartnern. Verwechseln Sie berufliche Freundlichkeit niemals mit weiterführendem Interesse. Eindeutige Angebote, peinliche Avancen und unangebrachte Komplimente sind im Vorstellungsgespräch fehl am Platz“, sagt Franziska Landeck.

Blöde Frage, blöde Antwort

Mit den richtigen Fragen können Sie Pluspunkte sammeln. Wer aber thematisch danebengreift, wird in negativer Erinnerung bleiben: „Fragen zum Speiseplan der Kantine oder zur Urlaubsregelung innerhalb der Probezeit gehören nicht ins Vorstellungsgespräch“, sagt die Personalexpertin. Für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch gibt sie folgenden Tipp: „Zeigen Sie stattdessen Interesse an beruflichen Themen, internen Abläufen und der Unternehmenskultur.“

Das Gesamtpaket überzeugt

Am Ende des Vorstellungsgesprächs haben Sie getan, was Sie tun konnten. Jetzt liegt der Ball beim Chef und seinem Personaler. Wenn Sie jetzt den Job nicht bekommen, zweifeln Sie nicht gleich an sich. Oft liegt es an der Masse qualifizierter Bewerber. War Ihre Selbstpräsentation überzeugend, werden Sie in Erinnerung bleiben, Ihre Daten werden gespeichert und wer weiß: Vielleicht kommen Sie ja schon bald für eine andere Position in Frage? Wir drücken Ihnen die Daumen!

Zu guter Letzt: Die Zigarette danach, nicht davor

Vorstellungsgespräche versetzen viele Menschen in Aufregung. Sie sind nervös, schauen auf die Uhr und wünschen sich nichts sehnlicher, als den Termin mit dem Chef und dem Personaler endlich hinter sich zu haben. Doch Anspannung hin oder her, rauchen Sie niemals vorher: „Kandidaten, die kurz vor dem Gespräch noch eine Zigarette durchziehen, die Kippenschachtel schnell in der Hemdtasche verstauen und mich dann mit Rauchgestank begrüßen, erwecken keinen guten Eindruck“, sagt Franziska Landeck. Ebenso gilt: Kaugummi raus!

No-Gos im Vorstellungsgespräch:

1. nach Zigaretten stinken und Kaugummi kauen

2. Freunde und Familie mitbringen

3. underdressed auftauchen

4. im Gespräch ans Handy gehen

5. unfreundlich sein

6. private Sorgen anbringen und weinen

7. flirten und aufdringlich sein

8. nebensächliche Fragen stellen

Tipps für das Vorstellungsgespräch:

1. pünktlich erscheinen

2. Bewerbungsunterlagen mitbringen

3. eigene Qualifikationen anführen

4. viele Stärken und nur eine Schwäche nennen

5. immer Fragen stellen

6. in ganzen Sätzen antworten

 

 

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