Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung?
Initiativbewerbung

„Was Ihrem Unternehmen noch fehlt? Ich!“
Wie schreibe ich eine erfolgreiche Initiativbewerbung?

Seit Wochen durchforsten Sie Stellenangebote in Tageszeitungen und Online-Jobbörsen, doch keine Ausschreibung passt so richtig auf Ihr Profil? Kein Problem! Werden Sie aktiv und angeln Sie sich Ihren Traumjob mit einer Initiativbewerbung.

Genau wie auf dem Wohnungsmarkt gehen die besten Jobs oft unter der Hand weg. Aber wie bekommt man diese Jobs, wenn man keine Beziehungen hat? Mit einer Initiativbewerbung. Denn die hat einige Vorteile:

  • Indem Sie aktiv auf ein Unternehmen zugehen, zeigen Sie bereits Motivation, Engagement und Interesse. Das kommt gut an.

  • Wenn Sie sich nicht konkret auf eine Stellenanzeige bewerben, sondern sich initiativ an das Unternehmen wenden, erzeugen Sie zunächst mehr Aufmerksamkeit – schließlich gehen Sie nicht zwischen zahlreichen anderen Bewerbungen unter.

  • Bei einer Initiativbewerbung gibt es kein vorgegebenes Anforderungsprofil. Sie können Ihre Stärken und Fähigkeiten genau so präsentieren, wie Sie es für richtig halten. Natürlich ist es wichtig, dass Sie dabei auch das Tätigkeitsfeld und Profil des Unternehmens berücksichtigen und Ihre Stärken in den richtigen Kontext setzen.

Klar, auch eine Initiativbewerbung ist kein Jobgarant. Damit sie Erfolg hat, sollten Sie einige Punkte beachten. Wir haben neun Tipps für Sie zusammengestellt.

1. Selbstcheck

Was kann ich? Was will ich? Analysieren Sie Ihre eigenen Stärken und entwerfen Sie Ihre Wunschposition. Im zweiten Schritt suchen Sie nach Unternehmen, die zu Ihrem Profil passen. Hilfreich sind dabei natürlich die Unternehmenswebseiten selbst als auch die Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu oder die Plattform XING.

2. Recherche ist das A und O

Sie wollen den Personalentscheider mit Ihrer Initiativbewerbung überzeugen, obwohl er keine Stelle ausgeschrieben hat. Dafür brauchen Sie eine gute Vorbereitung. Sammeln Sie Informationen. Je mehr, desto besser. Diese Informationen finden Sie auf der Unternehmenswebsite, in Online-Foren oder Internet-Jobbörsen. Auch der Messeauftritt, Medienberichte oder persönliche Kontakte zu Mitarbeitern helfen Ihnen bei der Recherche.

3. Konkrete Ansprechpartner finden

„Sehr geehrte Damen und Herren ...“: Auch die Initiativbewerbung richtet sich an eine konkrete Person. Den richtigen Ansprechpartner finden Sie auf den Karrierewebseiten der Unternehmen. Ansonsten helfen Online-Portale wie XING und LinkedIn oder ein Anruf im Unternehmen. Gab es bereits ein persönliches Gespräch, sollten Sie sich im Anschreiben darauf beziehen.

4. Kontakt aufnehmen

Ein Anruf beim Wunscharbeitgeber kann Ihnen helfen, konkrete Fragen zu klären. Dabei sollten Sie gut vorbereitet sein, sich kurz fassen und nur wirklich relevante Fragen stellen, beispielsweise nach dem konkreten Ansprechpartner oder der gewünschten Bewerbungsform. Allgemeine Fragen wie „Was macht Ihr Unternehmen denn so und kann ich mich vielleicht bei Ihnen bewerben?“ sind tabu. Denken Sie daran: Es gibt immer nur einen ersten Eindruck.

5. Klasse statt Masse

Standardfloskeln haben in der Initiativbewerbung – wie auch in jedem anderen Bewerbungsschreiben – nichts zu suchen. Sie brauchen zwingend ein individuelles Anschreiben. Führen Sie darin nur Informationen auf, die relevant für die angestrebte Position sind und die einen Bezug zum Arbeitgeber haben.

6. Mit der Tür ins Haus fallen

Interesse wecken Sie, indem Sie direkt zur Sache kommen. Machen Sie gleich zu Beginn des Anschreibens klar, dass Sie die notwendigen Qualifikationen mitbringen. Welche das sind, finden Sie durch eine gründliche Recherche heraus. Diese Qualifikationen gehören auch im Lebenslauf in den Vordergrund.

7. Was kann ich für das Unternehmen tun?

Achten Sie darauf, dass sowohl Anschreiben als auch Lebenslauf überzeugende Einstellungsargumente enthalten. Versetzen Sie sich dabei in den Personalentscheider. Nicht: „Ich möchte mich weiterentwickeln. Sie sind dafür das ideale Sprungbrett!“ Sondern: „So kann ich zum Erfolg Ihres Unternehmens beitragen: ...“

8. Gleiche Spielregeln wie bei Direktbewerbungen

Eine Initiativbewerbung besteht aus Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen. Auch formal gelten die gleichen Regeln: fehlerfreie Unterlagen, Sorgfalt und belegte Referenzen.

9. Nachhaken erlaubt

Für eine Initiativbewerbung brauchen Sie grundsätzlich Geduld. Es kann eine Weile dauern, bis Sie eine Antwort bekommen. Immerhin hat niemand auf Ihre Bewerbung gewartet. Es ist aber durchaus legitim, nach etwa zwei Wochen nachzufassen. Treten Sie dabei professionell auf, seien Sie freundlich und stellen Sie keine Forderungen.

Wenn Sie diese Empfehlungen berücksichtigen, stehen die Chancen gut, dass Sie die wichtigste Tür aufstoßen auf dem Weg zu Ihrem Traumjob und ein entscheidendes Etappenziel erreichen: das persönliche Vorstellungsgespräch.

Die Personalexpertin im Interview
 

Wir haben eine Senior Personalberaterin bei Orizon nach ihren Tipps für die Initiativbewerbung gefragt.

Warum eine Initiativbewerbung schreiben?

„Kleine und mittelständische Unternehmen schreiben oft nicht alle Positionen aus. Das ist zu zeit- und kostenintensiv. Deshalb sind Initiativbewerbungen gern gesehen! Vielleicht klappt es manchmal nicht direkt. Aber wenn dem Personalentscheider Ihr Profil gefällt, nimmt er Sie in den Bewerberpool auf. Und vielleicht sind Sie der geeignete Kandidat für die nächste freie Stelle.“

Wie realistisch ist es, aufgrund einer Initiativbewerbung zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden?

„Vor allem in Branchen, in denen Fachkräftemangel herrscht, im Pflege- oder Technikbereich oder im qualifizierten kaufmännischen Umfeld führen Initiativbewerbungen zum Erfolg. Und auch bei einem Personaldienstleister, der viele Stellen gleichzeitig bei verschiedenen Arbeitgebern besetzt, sind Initiativbewerbungen sehr willkommen!“

Was sind die absoluten No-Gos?

„Keine Standardanschreiben oder eine E-Mail an mehrere Unternehmen gleichzeitig! Schließlich wollen Sie Motivation und Engagement zeigen. Das klappt nur, wenn Sie sich die Mühe machen, ein individuelles Anschreiben zu verfassen.“

Ihre drei ultimativen Tipps: Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung?

„Informieren Sie sich so gründlich wie möglich über den neuen Arbeitgeber. Sorgen Sie mit einer einwandfreien Bewerbung für einen perfekten ersten Eindruck. Und belegen Sie konkret, was gerade Sie zum Erfolg der Firma beitragen können.“

Sie sind sich Ihrer Qualifikationen und Stärken bewusst und wissen, was Sie suchen? Dann freuen wir uns auf Ihre Initiativbewerbung.

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